• Geschichte der Seideweberei

SEIDENGESCHICHTE.

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fot.: https://www.obiektywna.pl/Milanowek/rodzina-witaczkow3

Milanówek – Hauptstadt der polnischen Seide.

Milanówek wurde fast vor ein hundert Jahren zur Hauptstadt der polnischen Seide.

Dieses geschah dank Henryk und Stanislawa Witaczek, die 1924 eine Zentralle Experimentelle Seidenstation gegründet haben. Seit dieser Zeit bis zu den neunziger Jahren des zwanzigsten Jahrhundert wurden in Milanówek unterschiedlichsten Seidengewebe produziert. Die durch die Witaczek Geschwister gegründete Firma hat viele Erfahrungen gemacht und schließlich, nach der Privatisierung ihre Produktion abgeschlossen. Damit wurde dieses Kapitel der Seidenweberei in Milanówek  beendet. Die Tradition der Seidenmalerei lebt weiter und ist heutzutage immer mehr populär.

Luma Milanówek pflegt diese Tradition und liefert Ihnen handbemalte Seidenprodukte zu– Halstücher, Schals und Tücher, die die Maler Künstler selbst schaffen. Diese Arbeiten sind in verschiedenen Techniken und auf differenten Seidentextilien: Satin, Krepp, Habotai ausgemacht. Das Malen von jedem Halstuch ist sehr zeitaufwendig. Außerordentliche Sorgfalt der handbemalten wunderschönen Muster macht jedes Exemplar zum kleinen Meisterwerk. Dank dieser aufwendiger, kunstvoller Arbeit entstehen exklusive Seidenprodukte- Flaggschiff- Produkte unseres Unternehmen.

Wie entsteht die Seide?

Die Raupen von Maulbeerseindenraupen fressen die Maulbeerblättern. Darum ist auf der ersten Etappe der Seidenproduktion die Baumzucht von den Maulbeeren sehr wichtig. Nach einigen Tagen von Fressen der Maulbeerblättern bauen die Raupen ihre Kokons. In diesem Kokon verpuppt sich die Raupe zu einem Schmetterling. In dieser Zeit entsteht eine wertvolle Gewinde von der Länge ca. 1,5 Km. Gesammelte Kokons sind dem heißem Dampf ausgesetzt. Mit der Hilfe des Dampfes kann man den dicht gewebten Faden leicht abwickeln.. Danach erfolgt das Spinnen der Seide und so entsteht die Seidengarn-der Rohstoff der Seidengewebeproduktion.

Woher kommt die Seide?

„Schimmernd mit Regenbogenfarben, ätherisch wie Nebel, sinnlich wie das Begehrenswesen”. Die Seide. Die luxuriöste Naturfaser der Welt. Genutzt bei der Seidengewebeproduktion von solch prächtigen Geweben wie z.B.: Satin, Twill, Kreppe, Georgette, Jacquard.  .

Die Seide ist seit mehreren tausend Jahren nicht aus der Mode gekommen. Ihre Geschichte reicht bis ins vierte Jahrhundert vor Christus und ins alte China zurück. Die Chinesen haben lange, d.h. ca. 2000 Jahre das Geheimnis der Seidenproduktion bewahrt und wurden durch den Export der Seide in den Westen durch die sogenannte Seidenstraße reich. Die Seidenstraße verband China mit dem Nahen Osten und Europa.

Als das Geheimnis der Seidenproduktion kein Geheimnis mehr wurde, begann sich die Produktion der Seide in Asien und dann in Europa auszubreiten. In Polen begann die sich nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit im Jahr 1918 endgültig zu entwickeln.

Der Begriff Seidenstraße wurde erstmals 1877 von einem deutschen Globetrotter und  Geographen Ferdinand von Richthofen verwendet.

 Die Geschichte der Seide aus Milanowek.

Die Witaczek- Geschwister hatten eine Leidenschaft für Seide in ihren Genen. Henryk wurde während seines Aufenthaltes in Georgia in der Zucht von Maulbeeren und Seidenraupen ausgebildet. Dort begann er auch in einer vor seinem Vater geleiteten Seidenfabrik zu arbeiten, in der er in jeder Phase der Produktion arbeitete, von dem Abspulen der Garn, über das Weben bis hin zum Färben von Geweben. Alles nur, um die Geheimnisse der Seide zu erforschen und sie in Polen zu entwickeln.

Wmurowanie kamienia węgielnego pod budowę Centralnej Doświadczalnej Stacji Jedwabniczej na zdj. m.in. Henryk Wiitaczek

Wmurowanie kamienia węgielnego pod budowę Centralnej Doświadczalnej Stacji Jedwabniczej na zdj. m.in. Henryk Wiitaczek

Im Jahr 1924 gründeten Henryk Witaczek und seine Schwester Stanisława in Milanówek einem Forschungsunternehmen, trotzt mangelnder Unterstützung in der Umgebung, eine Zentralle Experimentelle Seidenstation. Am Anfang waren sie mit dem Unterrichten und Popularisieren der Seidenraupenzucht sowie dem Pflanzen und Anbauen von Maulbeeren beschäftigt.

Als in Polen der Anbau von Maulbeeren populär wurde, stellte sich heraus, dass jemand Kokons kaufen und verarbeiten musste. ZES als ein Forschungsunternehmen, begann damals die Nächste Stufe der Seidenverarbeitung. Henryk Witaczek selbst entwarf hölzerne Geräte zur Verarbeitung der Faser.

Budynek Centralnej Doświadczalnej Stacji Jedwabniczej Milanówek zbiory M. Dygas i Cyfrowego Archiwum Tradycji Lokalnej w Milanówku (CATL) M. Koszuta

Budynek Centralnej Doświadczalnej Stacji Jedwabniczej Milanówek zbiory M. Dygas i Cyfrowego Archiwum Tradycji Lokalnej w Milanówku (CATL) M. Koszuta

Mit der Zeit begann die Nachfrage nach Seide zu steigern. Dies hat die Industrialisierung des Unternehmens der Familie Witaczek verbessert und sowohl ihr Mitarbeiterteam als auch Produktensortiment vergrößert. Es wurden klassische Seidenstoffe hergestellt: Taft, Leinwand aus Grez, Kreppe. Man hat Kleidergutscheine, Halstücher und Krawatten sowie fantasievolle Dekorations-, Polster-, und Fahnenstoffe verkauft.

In den 1930er Jahren verfügte das Unternehmen über ein eigenes Netzwerk eleganter Läden „Milanówek”, und Seide genoss einen hervorragenden Ruf.

Praca przy oprzędach - zbiory M. Dygasi (CATL) M. Koszuta

Praca przy oprzędach - zbiory M. Dygasi (CATL) M. Koszuta

W latach ‘30 firma posiadała swoją sieć eleganckich sklepów „Milanówek”, a jedwab milanowski cieszył się dużą renomą. Firma współpracowała z Akademią Sztuk Pięknych, która projektowała wzory tkanin.

Die dynamische Entwicklung des Unternehmens wurde durch den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs brutal unterbrochen. Henryk Witaczek führte während des Krieges sein Unternehmen weiter, aber die Deutschen delegierten einen Aufsichtskommissar, und die Produktion konzentrierte sich hauptsächlich auf Fallschirme für die Armee.

Familie Witaczek engagierte sich sehr für soziale Aktivitäten. Dank der Fabrik konnten viele Menschenleben gerettet werden, indem eine echte der fiktive Arbeitsstelle angeboten wurde. Auch während der Okkupation tauchten die ersten handbemalten Gewebe auf- all dies, um möglichst vielen Menschen Arbeit zu geben.

Familie Witaczek empfing Flüchtlinge aus den östlichen Grenzengebieten und auch aus Warschau. Das liquidierte Waisenhaus des Priesters Baudouin aus Warschau zog grad nach Milanówek, und die medizinische Ausrüstung des Krankenhauses Namens Jesus Christus wurde auf dem Fabrikgelände gelagert. Henryk Witaczek unterstützte die Heimatarmee und das geheime Allgemeinbildete Lyzeum in Milanówek.

 Henryk i Stanisława Witaczek - rodzeństwo

Rodzeństwo - Henryk i Stanisława Witaczek fot.: https://www.obiektywna.pl/Milanowek/rodzina-witaczkow3

Leider wurden die Geschwister Witaczek nach dem Weltkrieg ohne Hab und Gut ihres Lebens- die Seidenfabrik, die sie vor Jahren gegründet und so schön entwickelt haben. Es ist wichtig, ihre Verdienste für polnische Seide in Erinnerung zu haben. Sie haben dazu beigetragen dieses Handwerks zu popularisieren. Sie haben die Menschen ausgebildet und  beschäftigt, die Produktionstechnologie entwickelt und Modetrends in den 1930er Jahren geschaffen.  

Nach dem Krieg wurden alle Firmenfilialen liquidiert und die Firma selbst als staatliche Betriebe der Natürlichen Seide „Milanówek” benannt. Die Betriebe setzten die Tradition der handbemalten und bedruckten Seidengewebe fort und waren in Polen und in ganzer Welt berühmt. Taft, Satin, Schals, Krawatten und Halstücher die hier hergestellt werden, sind in der grauen Realität der polnischen Volksrepublik zum Synonym für Luxus geworden.

Die Tradition der Seidenraupenzucht, die Milanówek so berühmt gemacht hat, begann in den 1980er Jahren zu schwinden und die wirtschaftlichen Veränderungen in den 1990er Jahren führten zu einer vollständigen Einstellung der Produktion.

Zum Glück wird in Milanówek weiter noch Seidenmalerei gepflegt.  

Einzigartigkeit der Seide

Die natürliche Seide ist die einzige Faser, aus der man unterschiedliche Stoffe schaffen kann – luftige Habotai, dicker Jacquard und andere Textilien.

Was macht Seide so zart und glänzend, aber gleichzeitig auch stark und flexibel? Die Seide ist eine der dünnsten Naturfasern und ihre Struktur ist sehr spezifisch. Fibroin, die Basis der Seidenfaser, ist eine Eiweißsubstanz, die gleichzeitig eine unglaubliche Festigkeit und Flexibilität aufweist. Durch den dreieckigen Querschnitt der Fasern wird das Licht wie in einem Prisma gebrochen.

Dadurch, dass die Seide hygroskopisch ist (die Feuchtigkeit aufnimmt), kühlt sie bei Hitze ab und erwärmt sich in der Kälte.

Darüber hinaus verursacht die Seide keine Allergien und stößt sogar Läuse, Flöhe und andere Parasiten ab.

Dieser ungewöhnliche Stoff wird nicht nur in der Mode, sondern auch, unter anderem, in der Chirurgie oder in den Musikinstrumenten verwendet. Die Seide wurde einst in Fallschirmen verwendet und schmückte auch die Wände königlicher Paläste.